04.03.2026

Sechs neue Wasserstoffbusse für den Nahverkehr in Südhessen

Bund fördert Winzenhölers nächsten Schritt zur emissionsfreien Busflotte.

Christian Winzenhöler, Geschäftsführer der Omnibusbetrieb Winzenhöler GmbH & Co. KG, aus Groß-Zimmern, erhielt vom Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder auf der Fachkonferenz „Klimafreundliche Busse“ in Berlin die Förderurkunde.  |  Foto: Frank Schroth
Christian Winzenhöler, Geschäftsführer der Omnibusbetrieb Winzenhöler GmbH & Co. KG, aus Groß-Zimmern, erhielt vom Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder auf der Fachkonferenz „Klimafreundliche Busse“ in Berlin die Förderurkunde. | Foto: Frank Schroth

Der Omnibusbetrieb Winzenhöler GmbH & Co. KG aus Groß-Zimmern hat eine Bundesförderung für die Anschaffung von sechs Brennstoffzellenbussen erhalten. Die neuen Busse werden mit Wasserstoff statt Diesel betrieben und stoßen lokal keine Schadstoffe aus: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hatte auf der Fachkonferenz „Klimafreundliche Busse" in Berlin am 24. Februar 2026 Förderurkunden an Verkehrsunternehmen aus ganz Deutschland übergeben. Geschäftsführer Christian Winzenhöler erhielt eine Förderzusage aus Mitteln des Klimaschutzfonds des Bundes und aus einem europäischen Förderprogramm.

Laut einer Pressemitteilung der Winzenhöler GmbH & Co. KG sind vier Brennstoffzellenbusse 12-Meter-Linienbusse, zwei weitere sind 18-Meter-Gelenkbusse, die auf stärker frequentierten Linien eingesetzt werden sollen. Alle sechs ersetzen eins zu eins bestehende Dieselbusse und fahren auf denselben Linien und im gleichen Takt. Da statt Diesel nur Wasserstoff eingesetzt wird, emittieren die Busse nur reinen Wasserdampf.

„Als Familienunternehmen fühlen wir uns verpflichtet, für die nächsten Generationen Verantwortung zu übernehmen. Wir sind seit fast zehn Jahren überzeugt davon, dass Wasserstoffbusse der richtige Weg für unser Streckenprofil sind – jetzt können wir diesen Weg mit Unterstützung des Bundes entscheidend beschleunigen“, erklärt Christian Winzenhöler, Geschäftsführer des Omnibusbetriebs Winzenhöler. „Das freut mich umso mehr, weil der Wasserstoff für die neuen Busse direkt aus der Region kommen wird – von einer Elektrolyseanlage am Müllheizkraftwerk in Darmstadt.“

Wo die neuen Busse fahren werden

Vier der neuen Fahrzeuge kommen im Landkreis Groß-Gerau zum Einsatz, die beiden anderen werden im Raum Darmstadt und im Odenwald fahren. Winzenhöler will so den emissionsfreien Nahverkehr in der Region stärken. Die ersten beiden Solobusse sollen bereits im März 2026 in den Regelbetrieb gehen; die restlichen Fahrzeuge sollen bis Mitte 2027 folgen.

Wasserstoff aus der Region

Parallel entsteht in Groß-Gerau eine Wasserstofftankstelle, die aus einer lokalen Elektrolyseanlage am Müllheizkraftwerk Darmstadt mit Wasserstoff versorgt werden soll. Diese Anlage ist Teil eines Bundesprojekts zur Energiewende. Der Omnibusbetrieb Winzenhöler profitiert von kurzen Wegen zur Tankstelle und einem zu über 50 Prozent aus erneuerbaren Quellen in der Region erzeugten Kraftstoff.

Ein Familienunternehmen mit Weitblick

Die Idee, Busse mit Wasserstoff zu betreiben, hat bei Winzenhöler eine lange Geschichte. Christian Winzenhöler, der das Unternehmen in dritter Generation führt, erinnert sich noch genau daran, wie alles anfing: „Als unser Kind klein war, sah es einen Werbefilm, in dem ein mit Wasserstoff betriebenes Auto durch die Wüste fuhr und die Passagiere unterwegs sauberes Wasser aus dem Auspuff tranken. Damals fragte es mich, ob das mit unseren Bussen nicht auch funktionieren könnte. Und diese Frage hat mich bis heute nicht wieder losgelassen.“

Seit 2017 sammelt Winzenhöler praktische Erfahrungen mit Wasserstoffbussen, zunächst auf dem Gelände des Industrieparks Frankfurt-Höchst, ab 2019 auch erstmals im regulären Linienverkehr des Rhein-Main-Verkehrsverbundes – als erstes Busunternehmen in Hessen überhaupt. Die Betriebserfahrungen seien durchweg positiv, so Winzenhöler: hohe Verfügbarkeit, lange Reichweiten, kurze Tankzeiten – vergleichbar mit dem Dieselbetrieb.

Warum Wasserstoff und nicht Batteriebusse?

Batterieelektrische Busse sind für den Stadtverkehr auf kurzen Strecken gut geeignet. Für den ländlichen Überlandverkehr mit Tagesfahrleistungen von mehreren Hundert Kilometern ohne Lademöglichkeit sind Wasserstoffbusse die überzeugendere Wahl: Sie werden ähnlich schnell betankt wie Dieselbusse und kommen ohne lange Ladepausen im Fahrplan aus.

Förderung macht den Unterschied

Die Neuanschaffungen sind betriebswirtschaftlich nur mit Förderung darstellbar: Ein Brennstoffzellenbus kostet deutlich mehr als ein vergleichbarer Dieselbus. Ohne die Unterstützung durch Bund und EU hätte Winzenhöler diesen Schritt nicht in diesem Tempo gehen können. Mit der aktuellen Förderung und dem laufenden Betrieb bestehender Wasserstoffbusse zählt das Groß-Zimmerner Familienunternehmen zu den erfahrensten Brennstoffzellenbus-Betreibern in Deutschland.