13.08.2025

CO2-freier Motorbetrieb dank dezentralem Ammoniak-Cracker 

Ammonigy, Heraeus Precious Metals und TU Darmstadt präsentieren Meilenstein

Teststand bei Ammonigy | Foto: Ammonigy
Teststand bei Ammonigy | Foto: Ammonigy

Ein Forschungsteam von Ammonigy, Heraeus Precious Metals und der Technischen Universität Darmstadt hat erstmals den nahezu emissionsfreien Betrieb eines serienmäßigen 4-Takt-Gasmotors allein mit einem vor Ort gekrackten Ammoniak-Wasserstoff-Gemisch demonstriert. Das sogenannte „grüne Spaltgas“ ersetzt vollständig Erdgas – ohne Abstriche bei Leistung oder Wirkungsgrad.

Ammoniak-Cracker von Ammonigy
Herzstück des Systems ist ein 20 Liter großer Ammoniak-Cracker von Ammonigy. Er spaltet angeliefertes grünes Ammoniak direkt am Einsatzort in Wasserstoff, Stickstoff und einen kleinen Ammoniakrest. Der Wasserstoffanteil von rund 20 Prozent erhöht die Reaktivität des Gemischs so stark, dass der Motor ohne fossilen Pilotkraftstoff zündet. Im Test erreichte der sechszylindrige MAN-Gasmotor ohne Umbau denselben Wirkungsgrad wie im Erdgasbetrieb – rund 39 Prozent – und verfügt noch über Potenzial für weitere Effizienzsteigerungen, etwa durch höhere Verdichtung.
Für saubere Abgase sorgte eine zweistufige Abgasnachbehandlung, die auf edelmetallhaltigen Katalysatoren von Heraeus Precious Metals basiert. Zwei Dreiwegekatalysatoren mit Sauerstoffspeicher reduzieren Stickstoffmonoxid, Lachgas und überschüssiges Ammoniak nach einer kurzen Aufheizphase auf unter fünf ppm. Da Ammoniak kein Kohlenstoff enthält, entstehen weder CO2 noch CO, unverbrannte Kohlenwasserstoffe oder Rußpartikel.

Konzept bietet neue Optionen
Zur weiteren Optimierung seien laut Pressemitteilung von Ammonigy Strömungssimulationen und ein präzises Ammoniak-Einspritzsystem entwickelt worden. In den nächsten Projektphasen sollen der Cracker skaliert, das Einspritzsystem verfeinert und erste maritime Anwendungen vorbereitet werden.
Das Konzept biete neue Optionen für die Automobilindustrie, Schiffe, Notstromaggregate, Wankelmotoren und viele weitere Anwendungen. Überall dort, wo Wasserstoff noch nicht flächendeckend per Pipeline verfügbar sei, könne grüner Ammoniak die Lücke schließen.

Projektpartner