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Brennstoffzellensysteme für eine emissionsfreie Schifffahrt [H2BZ-Hessen]



Prof. Dr. Birgit Scheppat, die Leiterin des Wasserstofflabors der Hochschule RheinMain und Mitgründerin der H2BZ-Initiative Hessen, moderierte die Veranstaltung des Arbeitskreises „Emissionsfreie Schiffe“. (Quelle: HA Hessen Agentur / Eich)
Prof. Dr. Birgit Scheppat, die Leiterin des Wasserstofflabors der Hochschule RheinMain und Mitgründerin der H2BZ-Initiative Hessen, moderierte die Veranstaltung des Arbeitskreises „Emissionsfreie Schiffe“. (Quelle: HA Hessen Agentur / Eich)

Wiesbaden / Rüsselsheim, 13.03.2017 - Der Arbeitskreis „Emissionsfreie Schiffe“ der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V. (H2BZ-Initiative Hessen) präsentierte unter dem Titel „Projektentwicklung und Erfahrungen“ am 9. März 2017 in der Hochschule RheinMain in Rüsselsheim neueste Aspekte der emissionsfreien Schifffahrt.

Veränderte, strengere gesetzliche Rahmenbedingungen fordern von Reedereien verstärkt, die Emissionsbilanz ihrer Schiffe deutlich zu optimieren. Hierbei stehen die Emissionen im Fokus, die während der Fahrt sowie in den Hafengebieten erzeugt werden. Den Reedereien ist bewusst, dass eine saubere Energieversorgung an Bord – eine Alternative zu herkömmlichen Aggregaten mit fossilen Brennstoffen – weit mehr positive Auswirkungen auf die Bilanz haben wird, als man üblicherweise annimmt. Das elektrische Bordnetz benötigt einen hohen prozentualen Anteil des Gesamtenergiebedarfs eines Schiffes. Neben dem Ziel der Emissionsreduktion werden an neue technologische Systeme weitere Anforderungen gestellt: Sie müssen gleichermaßen den zukünftig wachsenden Leistungsanforderungen gerecht werden und eine Kostenreduzierung gewährleisten.

Die Vorteile von Brennstoffzellensystemen liegen im modularen Aufbau

Prof. Dr. Birgit Scheppat, Leiterin des Wasserstofflabors der Hochschule RheinMain und Mitgründerin der H2BZ-Initiative Hessen, moderierte die Veranstaltung des Arbeitskreises „Emissionsfreie Schiffe“. Sie ist davon überzeugt, dass der Einsatz der Brennstoffzellentechnologie der bestmögliche Weg ist, sowohl für Binnenschiffe als auch für Schiffe im maritimen Einsatz, wie zum Beispiel Kreuzfahrtschiffe. „Neben der positiven Schadstoffbilanz liegen die eindeutigen Vorteile von Brennstoffzellensystemen im modularen Aufbau und in der Kosteneffizienz. So können heute mit kleineren Systemen erste Erfahrungen gesammelt werden. Zukünftig werden diese dann kostengünstig und den Anforderungen entsprechend skaliert.“ Als positives Beispiel ist hier Norwegen zu nennen, wo bereits heute die ersten Elektrofähren im Betrieb sind und intensiv am Einsatz von emissionsfreien Schiffen für Sightseeing-Touren und Kreuzfahrten gearbeitet wird. Ganz im Sinne eines „grünen Tourismus“.

e4ships – Brennstoffzellen im maritimen Einsatz

Die Beiträge der Veranstaltung in Rüsselsheim gingen auf die Klimaschutzeffekte und die Wirtschaftlichkeit von alternativen Energieerzeugern wie Brennstoffzellensystemen ein. So erläuterte Nicolò Queirazza von der EMCEL GmbH die Vorteile von modularen und kostengünstigen Brennstoffzellenantriebskonzepten für Schiffe. Keno Leites, ThyssenKrupp Marine Systems GmbH, stellte das Projekt „Dieselaggregat ohne Schadstoffe für Binnenschiffe“ (SchIBZ) vor, das zu dem großangelegten Leuchtturmprojekt „e4ships – Brennstoffzellen im maritimen Einsatz“ gehört. Die Integration von Brennstoffzellensystemen in maritimen Fahrzeugen hat bei ThyssenKrupp bereits eine lange Tradition.

Sicherheitstechnische Standards

Dr. Ulrich Bünger von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH und Benjamin Scholz, DNV GL SE setzten ihren Fokus auf den maritimen Einsatz von Wasserstoff in Niedertemperaturbrennstoffzellen, zu dem sich Projekte in Vorbereitung befinden. Ein wichtiger Aspekt dabei sind die sicherheitstechnischen Standards, speziell wenn alternative Energiekonzepte auf Schiffen zur Personenbeförderung umgesetzt werden. Bereits heute gibt es Beispiele für Zulassungen in diesem Bereich. Weitere Regelwerke müssen noch erarbeitet werden.

Projekt „RiverCell“

Sören Berg berichtete von den Aktivitäten der MEYER WERFT GmbH & Co. KG zur Einbindung von Brennstoffzellen in die Energieversorgung des Hotelbetriebs an Bord von Kreuzfahrtschiffen (Hochseeschifffahrt). Die Meyer Werft ist zusätzlich an Entwürfen von hybriden Energie- und Antriebssystemen für Flusskreuzfahrt- und Schubschiffe im Projekt „RiverCell“ beteiligt.

Arbeitskreis „Emissionsfreie Schiffe“

Ein Get-together bot den Teilnehmern anschließend noch die Möglichkeit, persönliche Kontakte aufzubauen und erste Projektideen zu diskutieren. Der Arbeitskreis „Emissionsfreie Schiffe“ verfolgt zwei Zielsetzungen: Technologietransfer und -ausbau in Hessen sowie die Vernetzung der Akteure. Hierzu bietet er allen Fähr- und Fahrgastschiffsbetreibern an Rhein und Main seine Unterstützung an. Interessenten wenden sich an die Geschäftsstelle der H2BZ-Initiative Hessen.

>>> e4ships - Brennstoffzellen im maritimen Einsatz

>>> Projekt „RiverCell“