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Sektorenkopplung: Amprion und Open Grid Europe geben Power-to-Gas in Deutschland einen Schub



© Amprion / André Loessel
© Amprion / André Loessel

Berlin, 20.06.2018 - Amprion und Open Grid Europe (OGE) wollen gemeinsam der intelligenten Sektorenkopplung mit PtG-Anlagen einen Schub geben, die Technologie großtechnisch erproben und damit Tempo in der Energiewende machen. Dabei wollen die Partner in die 50 bis 100 MW-Anlagen-Klasse vordringen. Potenzielle Standorte hierfür liegen in Niedersachsen und im nördlichen Nordrhein-Westfalen.

Die beiden Unternehmen stellten heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin ihre Kooperation im Bereich Power-to-Gas (PtG) sowie nächste gemeinsame Schritte vor. Dr. Klaus Kleinekorte, technischer Geschäftsführer von Amprion, sagte: „Der Koalitionsvertrag sieht für 2030 eine Quote für Erneuerbare Energien von 65 Prozent vor. Dies bedeutet enorme Herausforderungen für den Ausbau der Infrastruktur.“

Erneuerbare Energien sind stark vom Wetter und den Jahreszeiten abhängig und damit nicht stetig und gesichert verfügbar. Um die im Koalitionsvertrag festgelegte Quote zu erreichen, müssen saisonale Speicherkonzepte entwickelt werden. Die volkswirtschaftlich effiziente Lösung hierzu ist PtG unter Nutzung der vorhandenen Gasinfrastruktur. „Der Einsatz dieser Technik im industriellen Maßstab ist noch nicht in der Praxis bewiesen. Das wird in den kommenden Jahren jedoch umso notwendiger“, führte Kleinekorte weiter aus.

Damit Deutschland seine Klimaschutz- und Energiewendeziele erreicht, möchte die Bundesregierung die Sektorenkopplung als Schlüsseltechnologie verankern. Hierbei kann PtG einen wesentlichen Beitrag leisten: Die Technologie wandelt Strom aus Erneuerbaren Energien in Wasserstoff bzw. synthetisches Methan um, die in anderen Sektoren eingesetzt werden können.

Konkret bedeutet dies, dass die heutige Gasinfrastruktur zusätzlich zum Transport und auch zur Speicherung der Erneuerbaren Energien genutzt werden kann. Ein derartiger Einsatz von PtG-Anlagen verbessert perspektivisch zudem die nationale CO2-Bilanz.

PtG für die Zukunft: Amprion und OGE als Partner

„Wir brauchen den Durchbruch in Deutschland. Es ist Zeit, die Türen für die Sektorenkopplung im industriellen Maßstab zu öffnen. Amprion und OGE haben sich als Infrastrukturbetreiber das Ziel gesetzt, PtG im industriellen Maßstab zu erproben und damit einen wesentlichen Beitrag für eine erfolgreiche Energiewende zu leisten,“ erläuterte Stephan Kamphues, Geschäftsführer der Vier Gas Transport GmbH (Muttergesellschaft der OGE).

Mit Amprion und OGE stehen zwei leistungsfähige Projektpartner bereit: Beide Unternehmen haben den gesetzlichen Auftrag, Energie sicher, zuverlässig und zu möglichst niedrigen volkswirtschaftlichen Kosten zu transportieren. OGE betreibt das längste Fernleitungsnetz für Gas in Deutschland. Amprion wiederum sorgt für den Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch im deutschen Übertragungsnetz. Die Strom- und Gassysteme ergänzen sich sehr gut, wenn man die jeweiligen Eigenschaften zum Vorteil einer Energieinfrastruktur nutzt.

Grundsätzlich entsteht mit der PtG-Technologie im Bereich von 50 bis 100 MW eine innovative Anlagenklasse, die zugleich Marktparteien freien Zugang ermöglicht.

Dr. Hans-Jürgen Brick, kaufmännischer Geschäftsführer von Amprion, fasst die Motivation der Partner zusammen: „Unser gemeinsames Ziel ist es, unsere jeweiligen Infrastrukturen sinnvoll miteinander zu koppeln. Heutige PtG-Anlagen in Deutschland weisen Leistungen von maximal sechs MW auf. Um einen wesentlichen Beitrag für das Gelingen der Energiewende zu leisten, sind jedoch Anlagen im GW-Bereich erforderlich. Daran wollen wir arbeiten, um ab 2030 die Option großtechnischer Speicher zu haben.“