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10. Brennstoffzellenforum Hessen

22. und 23. November 2011

Wasserstoff weist den Weg in der Energiewende

10. Brennstoffzellenforum Hessen überzeugt mit Anwendungen zur Energiespeicherung und für emissionsfreie Mobilität – Wasserstoff-Dienstfahrzeug an Hessische Umweltministerin Puttrich übergeben

Wiesbaden, 24.11. 2011 – Am 22. und 23. November 2011 trafen sich auf Einladung des Hessischen Umwelt- und Energieministeriums, der Wasserstoff- und Brennstoffzellen (H2BZ)-Initiative Hessen und der Hessen Agentur zum zehnten Mal die Experten der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik. Getreu dem diesjährigen Motto „Innovation trifft Markt“ überzeugten Besichtigungstouren und Forumsredner mit greifbaren Anwendungen aus der Praxis die rund 150 Teilnehmer.

Energiewende hängt entscheidend von Speichertechnologien ab

Auf die entscheidende Frage nach der Energiespeicherung im Zusammenhang mit der Energiewende hatte eingangs Dr. Joachim Wolf, Vorstandsvorsitzender der Wasserstoff- und Brennstoffzellen Initiative Hessen e.V., die Antwort: "Wenn der Übergang in das Zeitalter Erneuerbarer Energien gelingen soll, muss weiterhin genügend Strom zur geforderten Zeit fließen. Da es sich bei erneuerbaren Energien um unstetige Naturprodukte handelt, müssen sie "geerntet" werden wann immer sie verfügbar sind, um sie verfügbar zu haben wann immer wir sie benötigen. Dazu setzen wir standardisierte Energieträger ein, die sich nicht nur gut verteilen, sondern auch gut speichern und idealerweise auch ineinander umwandeln lassen: Elektrizität und Wasserstoff (speicherbare Elektrizität) spielen deshalb bei der Nutzbarmachung erneuerbarer Energien die tragende Rolle. Neben dem dominierenden "Elektrizitäts"-Verteilungsnetz werden wir sicher auch das vorhandene "Gas"-Verteilungsnetz einbeziehen, um zusätzliche Möglichkeiten zur Energiespeicherung zu schaffen. Hessen ist hier sehr aktiv."

Aus technischer Sicht konnte dem Reinhold Wurster, Ludwig Bölkow Systemtechnik, nur beipflichten: „Nimmt man die Klimaziele von EU und Bundesregierung ernst, ergibt sich eine drastische Konsequenz: In weniger als 40 Jahren müssen Verkehr, Haushalte und Energieversorgungsunternehmen emissionsfrei funktionieren. Dafür brauchen wir das Erschließen zusätzlicher Energiespeichermöglichkeiten, insbesondere für die mittel- und langfristige Speicherung. Gerade hier spielt Wasserstoff seine Vorteile voll aus.“

Die Zukunft der Mobilität ist emissionsfrei

Teilnehmer des Forums konnten sich auch von dem Stand der Dinge überzeugen, wie man mit Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugen völlig emissionsfrei unterwegs sein kann – auch mehrere hundert Kilometer weit. Insbesondere Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich erlebt dies nun im Alltag: Sie erhielt im Zuge des Forums ein solches Fahrzeug als Dienstauto.

„Wir gehen mit gutem Beispiel voran“, sagte Puttrich. Das Ministerium werde die kommenden drei Jahre das Brennstoffzellenfahrzeug einsetzen, um die Leistungsfähigkeit der Technologie unter Beweis zu stellen. Der Betrieb der Fahrzeuge im Alltag solle dazu beitragen, weitere Erkenntnisse über die Schnittstellen zwischen Fahrzeug, Unternehmen und Infrastruktur zu gewinnen. Im Rhein-Main-Gebiet werden zukünftig zunächst 17 Fahrzeuge der Firmen Daimler, Honda und Opel ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen. Der Alltagstest ist Teil der dritten Phase der Clean Energy Partnership (CEP), die bis 2016 andauern wird. Hessen ist dieser europaweit einmaligen Initiative im September dieses Jahres offiziell beigetreten. „Mit der Entwicklung der Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie verbinden sich viele Hoffnungen zur Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen aus Verkehr und Energieversorgung. Daran geknüpft sind hohe Erwartungen an zukünftige Märkte für Brennstoffzellen und Wasserstoff“, so Puttrich.

„Die Brennstoffzellentechnologie bietet das größte Potenzial für emissionsfreies Fahren. Und die Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL beweist, dass Fahrspaß und Alltagstauglichkeit dabei nicht auf der Strecke bleiben. Allerdings gibt es auf dem Weg zum großflächigen Einsatz von Elektrofahrzeugen mit Brennstoffzelle noch viel zu tun. Denn eine entsprechende Wasserstoff-Infrastruktur ist dafür die zwingende Voraussetzung. Umso mehr müssen Politik, Wissenschaft, Energieversorger und Automobilunternehmen an einem Strang ziehen. Wir freuen uns deshalb sehr, dass Frau Ministerin Puttrich nun ebenso wie ihr Amtskollege in Baden-Württemberg mit unserer B-Klasse F-CELL unterwegs ist“, so Prof. Herbert Kohler, Leiter E-Drive & Future Mobility bei der Daimler AG.

Patrick Schnell, Vorsitzender der Clean Energy Partnership: „Wir freuen uns sehr über den diesjährigen Beitritt Hessens zur Clean Energy Partnership und darüber, dass Frau Puttrich von nun an mit einem Brennstoffzellenfahrzeug unseres Partners Daimler unterwegs ist. Dies zeigt, dass Hessen eine leise und emissionsfreie Mobilität am Herzen liegt und ermuntert sicherlich weitere Akteure die Wasserstoffwirtschaft in Hessen voranzutreiben. Mit der CEP und der Initiative H2-Mobility werden wir die Wasserstoffinfrastruktur in den kommenden Jahren konsequent ausbauen.“

Die Vorteile solcher Autos liegen auch in der Konstruktion, erläuterte Dr. Stefan Berger, Adam Opel AG, während des Forums: „Ein Wasserstoffsystem benötigt weniger Gewicht und Volumen als das eines Batterie-elektrischen Fahrzeugs. Dies bedeutet große Reichweite ohne Komfort- oder Platzeinbussen gegenüber dem Gewohnten. Daher gehört dem Wasserstoffantrieb unbedingt die Zukunft.“

Null Emission für Gewerbe und in Rechenzentren

Brennstoffzellen bieten aber auch Vorteile im gewerblichen Einsatz, wusste Steven Westenholz, H2 Logic A/S, zu berichten: „Wasserstoff betriebene Gabelstapler gehen doppelt so effizient mit ihrem Treibstoff um wie Dieselfahrzeuge und stoßen weder CO2 noch Stickoxide oder Partikel aus. Und sie sind erheblich leiser.“

Auch stationäre Anwendungen kamen nicht zu kurz. So führte beispielsweise Anne-Kristin Kippels von flow advice und Mitglied des Vorstands der H2BZ-Initiative Hessen anhand des Rhein Main BLUE Cluster aus, wie sich Brennstoffzellen zur Energieversorgung eines Rechenzentrums effektiv nutzen lassen: „Das Rhein-Main-Gebiet hat eine der größten Dichten an Rechenzentren. Brennstoffzellen bieten nicht nur saubere und sichere Energieversorgung und effektive Klimatisierung, sie erhöhen zudem die Sicherheit, denn sie können auch präventiven Brandschutz leisten. Dies zeigt: Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie sind ein Beitrag zur Energiewende!“

Veranstaltet wurde das 10. Brennstoffzellenforum Hessen von der H2BZ Initiative Hessen und der Hessen Agentur im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt und Energie.

 

Hier finden Sie einen Link zum RTL-Bericht

 

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