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Rückblick

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12. Brennstoffzellenforum Hessen

4. Juni 2013

Wasserstoff ist der Schlüssel zur Speicherung Erneuerbarer Energien
– 12. Brennstoffzellenforum Hessen diskutiert Potenzial der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie im Kontext der Energiewende

Frankfurt am Main, 04.06.2013 - Wasserstoff nimmt als Energiespeicher eine Schlüsselrolle für die Energiewende ein, das war Konsens auf dem 12. Brennstoffzellenforum Hessen, das am Dienstag, den 4. Juni, in Frankfurt am Main stattfand. Die Teilnehmer stimmten darin überein, dass politische, rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen, um die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie erfolgreich für die Energienutzung und -speicherung einsetzen zu können.

„Die derzeit bestehenden Technologien reichen noch nicht aus, die Energiewende erfolgreich umzusetzen“, so eröffnete Lucia Puttrich, hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die ganztätige Veranstaltung im Japan Center. „Deshalb erforschen und entwickeln wir in Hessen intensiv neue Technologien und nehmen unsere Verantwortung für die Energiefrage wahr.“ Unter dem Titel „Wasserstoff in der Energiewirtschaft von morgen“ diskutierten Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft das Potenzial des Wasserstoffs zur Speicherung von Energie, die aus regenerativen Quellen wie Wind und Biogas gewonnen wird. Hierbei nahm die Speichertechnologie Power-to-Gas einen zentralen Stellenwert ein, ebenso wie zahlreiche Modellprojekte, die den Teilnehmern Perspektiven für zukünftige Wasserstoff-Anwendungen demonstrierten.

Power to Gas: Erfolgversprechende Speichertechnologie
In insgesamt neun Fachvorträgen haben Experten industrielle Verfahren, Projekte und Perspektiven zur Erzeugung und Speicherung von Wind-Wasserstoff sowie zur Einspeisung von Wasserstoff in das Erdgasnetz vorgestellt.
„Power to Gas ist die einzige Option zur langfristigen und großtechnischen Stromspeicherung“, erklärte Dr. Uwe Albrecht, Geschäftsführer der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH. „Grundsätzlich stehen die erforderlichen Technologien zur Verfügung. Wie sich erste Systemlösungen am Markt weiterentwickeln, hängt maßgeblich von den regulatorischen Randbedingungen ab.“
Dr. Gerrit Volk, Bundesnetzagentur, verstärkte dies nochmals: „Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen unbedingt an die Energiewende angepasst werden.“

„Für die Speicherung Erneuerbarer Energien gibt es keinen Königsweg, aber der Einsatz von Wasserstoff ist für große Energiemengen sehr vielversprechend“, berichtete Daniel Hustadt, Vattenfall Europe Innovation GmbH.
„Damit die Energiewende gelingt, müssen Netze ausgebaut, Kraftwerke und Lasten flexibler werden und Langzeitspeichersysteme zur Marktreife weiterentwickelt werden. Power-to-Gas bietet die erforderlichen Speicher- und Transportkapazitäten und leistet einen Beitrag zur Energiewende“, präsentierte Gert Müller-Syring, DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH.
„Um die fluktuierenden Erneuerbaren Energien speichern zu können, bietet Wasserstoff auch deshalb deutlich mehr Potenzial als beispielsweise Pumpspeicherwerke, weil er als Kraftstoff in Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb einsetzbar ist. So kann ‚grüner Überschussstrom’ für die Mobilität nutzbar gemacht werden zu Kosten pro gefahrenem Kilometer, die vergleichbar sind mit Benzin und Diesel“, so Klaus Stolzenburg, Ingenieurbüro PLANET GbR.

Erfolgreiche Modellprojekte zeigen Perspektiven auf
Eine Möglichkeit „Power-to-Gas“ zu gestalten, präsentierte Jochen Bard, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES, anhand der Biogasanlage Eichhof. Die im Rahmen dieses Modellprojekts gewonnenen Erkenntnisse dienen als Basis für die Technologieentwicklung der Direktmethanisierung.

Die Stadtwerke Mainz AG (Muttergesellschaft der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH) bereitet gemeinsam mit der Hochschule RheinMain, Linde und Siemens aktuell ein Projekt vor, welches die Wertschöpfung zwischen allen Infrastrukturen – Strom, Gas, Wärme und Verkehr – ermöglichen soll“, berichtet ÜWG-Geschäftsführer Jürgen Schmidt. „Aus diesem Projekt wollen wir lernen, was auf lange Sicht sinnvoll ist. Die Voraussetzung ist die lokale Nutzung Erneuerbarer Energien.“

Fritz Crotogino, KBB Underground Technologies GmbH, stellte die Speicherung von Energie als Wasserstoff in Salzkavernen in den Mittelpunkt seiner Präsentation.

Mit LAES (Liquid Air Energy Storage) führte Dr.-Ing. Christoph Erdmann MESSER GROUP GmbH, eine alternative Speichertechnologie ein. LAES speichert elektrische Energie in Form von tief kalt verflüssigter Luft und stellt eine kosteneffiziente, leistungsfähige Option zur Umsetzung der Energiewende dar.

Zusätzlich zu den Fachvorträgen konnten die rund 140 Teilnehmer des 12. Brennstoffzellenforums auch in der begleitenden Ausstellung einen Einblick in erfolgreiche Anwendungsbeispiele und Modellprojekte hessischer Unternehmen und Forschungsinstitute gewinnen. Den Abschluss des Forums, das von der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V. in Zusammenarbeit mit der HA Hessen Agentur GmbH, der Landeswirtschaftsförderung, veranstaltet wurde, bildete eine Podiumsdiskussion mit anschließendem Get-together.

Dr. Peter Birkner, technischer Vorstand der Mainova AG und Mitglied des Beirates der H2BZ-Initiative Hessen verdeutlicht: „Wasserstoff ist ein idealer Speicher, da man diesen insbesondere bei einem hohen zu erwartenden Anteil von Erneuerbaren Energien in bestehende Gasinfrastrukturen integrieren kann.“ Um dies am Markt zu verwirklichen, startete die Mainova AG das Projekt „Power-to-gas“ gemeinsam mit der Thüga-Gruppe.

„Die lebhafte Diskussion und die engagierte Teilnahme bestätigt, dass Wasserstoff im Kontext der Energiewende ein Fokusthema ist“, resümierte Dr. Joachim Wolf, Vorstandsvorsitzender der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V. zufrieden. „Stadtwerken kommt bei der Energiewende eine Schlüsselrolle zu, der sie zunehmend mit einer deutlich spürbaren und sich verstärkenden kreativen Neugierde begegnen. Hier stellen sich völlig neue Aufgaben aber es ergeben sich auch neue Geschäftsmöglichkeiten. Wichtig ist, die Technologien zur Speicherung und damit zur Verstetigung Erneuerbarer Energie verstärkt vorantreiben.“