Hessenpunkte rot
www.h2bz-hessen.de

Anders als konventionelle Kraftwerke, die Strom nach Bedarf produzieren, hängt die Menge des produzieren Stroms aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne vom Wetter und der Tageszeit ab. Der tatsächliche Strombedarf und der verfügbare Strom aus erneuerbaren Energien müssen also abgeglichen und geregelt werden. Dies geschieht über Zwischenspeicher, die - je nach Bedarf – überschüssigen erneuerbaren Strom aufnehmen bzw. zusätzlichen Strom bereitstellen können, um so eine jederzeit stabile, zuverlässige und bedarfsorientierte Stromversorgung zu gewährleisten.
Als Zwischenspeicher bietet sich Wasserstoff an, der sich aus überschüssigem erneuerbaren Strom mittels Elektrolyse erzeugen lässt. So erzeugter und gespeicherter Wasserstoff kann in Brennstoffzellensystemen verbraucht werden oder bis zu einem Anteil von zwei Prozent ohne weitere Anpassungen direkt in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden.

Die Möglichkeiten, mit der Erzeugung von Wasserstoff mittels Elektrolyse die Stromnetze kurzfristig zu regeln, haben die im Stadtwerkenetz Thüga zusammengeschlossenen Energieversorger bereits 2012 erkannt. Zusammen mit der Hessen Agentur und der H2BZ-Initiative Hessen sowie dem englische Elektrolyseur-Hersteller ITM Power und dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme wurde eine Power-to-Gas (Stom zu Gas) Pilotanlage konzipiert und im Rahmen eines geförderten Demonstrationsprojekts in Frankfurt aufgebaut. Seit Anfang 2014 speist die Anlage mit einem Gesamtwirkungsgrad von 77 Prozent als weltweit erste ihrer Art den in Wasserstoff umgewandelten Strom direkt ins kommunale Gasverteilernetz ein. Mit einer Elektrolyseleistung von bis zu 320 Kilowatt können pro Stunde 70 Normkubikmeter Wasserstoff erzeugt werden.

Die Anlage wird bis 2016 betrieben und nimmt am Regelenergiemarkt teil. Konkret heißt das, dass die Power-to-Gas-Anlage immer dann Wasserstoff produziert, wenn zu viel erneuerbarer Strom im Netz vorhanden ist. Weiterhin profitieren die Projektpartner insbesondere durch den enormen Wissenszuwachs im Rahmen dieses Pilotvorhabens. Die Anlage ist damit ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer zukünftigen Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien.

Projektpartner: Stadtwerkenetz Thüga (13 Energieversorger), ITM Power (Elektrolyseur), Fraunhofer ISE (Echtzeit-Steuerung)

Förderung durch: Hessisches Energieministerium aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung

Begleitung: Hessen Agentur, H2BZ-Initiative Hessen

Quelle: Thüga AG
Quelle: Thüga AG
Artikel dem Infokorb hinzufügen