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Projektübersicht

Wasserstoff- und Brennstoffzellensysteme stellen unter dem Aspekt Umwelt- und Klimaschutz auch für die Schifffahrt ein attraktives Einsatzfeld dar. Insbesondere im Bereich der Binnenschifffahrt auf Flüssen und Seen sind betroffenen Gemeinden und örtliche Unternehmen an leisen, effizienten und emissionsfreien Antriebslösungen interessiert, die den technischen Anforderungen genügen und wirtschaftlich sind. Auf dem Rhein werden diese Herausforderungen besonders deutlich. Hier wechseln täglich Zehntausende Pendler mit Autofähren auf die andere Uferseite.

Die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, die bereits seit 2011 Vorstudien zu diesem Thema mittragen, haben im Jahr 2013 eine Machbarkeitsstudie zum Einsatz einer brennstoffzellen-elektrischen Autofähre zwischen Rüdesheim und Bingen in Auftrag gegeben. Koordiniert von der HessenAgentur und der H2BZ-Initiative Hessen wurde die Studie zusammen mit der Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen (TSB) und der Hochschule RheinMain durchgeführt.

Unter dem Projektname RHyntal-Fähre wurden technische  und rechtliche Rahmenbedingungen (Leistung, Wirkungsgrad, Auslegung des brennstoffzellen-elektrischen Antriebs, Bereitstellung Wasserstoff, Sicherheit, Zulassung) definiert sowie Kosten, Wirtschaftlichkeit und Zeithorizont analysiert. Die Autofähre Rheintal der Bingen-Rüdesheimer Schifffahrtsgesellschaft, die heute auf dieser Fährverbindung unterwegs ist diente als Referenz für die Studie. Sie hat eine Tragfähigkeit von 200 Tonnen bzw. einer Ladekapazität von 42 PKW. Für das Antriebssystem wurden Brennstoffzellen- und Tanksysteme zugrunde gelegt, die bereits am Markt vorhanden sind und für die Verwendung im gewünschten maritimen Bereich geeignet und zugelassen sind.

Die Studie zeigt deutlich, dass eine brennstoffzellen-betriebene Fähre mit den gewünschten Spezifikationen aufgebaut und betrieben werden könnte. Allerdings sind die Anschaffungs- und Unterhaltskosten für die brennstoffzellen-elektrische Fähre heute fast doppelt so hoch wie für eine konventionelle Rheinfähre. Dieser finanzielle Aufwand wäre für die Beteiligten derzeit nur im Rahmen eines Förderprojekts zu stemmen.

Projektpartner: TSB, Hochschule RheinMain, HessenAgentur, H2BZ-Initiative Hessen

Förderung/Finanzierung durch: Wirtschaftsministerien Rheinland-Pfalz und Hessen

Schematische Darstellung der Energie- und Antriebsstränge für zwei gleichwertige Brennstoffzellensys
Schematische Darstellung der Energie- und Antriebsstränge für zwei gleichwertige Brennstoffzellensysteme in einer Fähre (Quelle: Hochschule RheinMain)
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